Dokumentationen

„Schreyt, denn ich bin taub!“
Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

 

Der „eingefleischteste Egoist“
Johannes Brahms
(1833-1897)

 

„Ich verderbe euch die Ohren!“
Claude Achille Debussy
(1862-1918)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Konzept „Geniale Querköpfe“

Unmanierlich und genial, abweisend und sensibel

 

Beethoven, Brahms und Debussy - drei Welten, drei Epochen, drei Stile. Haben sie irgendetwas gemeinsam?

 

Alle waren Außenseiter. Ruppigkeit im Umgang, mangelnde Erziehung, „unmanierliches“ Benehmen wird ihnen durchweg vorgeworfen. Ihr Verhalten war unberechenbar und nonkonformistisch. Sie äußerten – ohne Rücksicht auf mögliche Folgen, was sie dachten und machten es dadurch sich selbst und ihrer Mitwelt nicht leicht.

 

Der Abneigung gegen Gesellschaften und öffentliche Auftritte jeder Art steht bei allen eine überaus große Sensibilität in Einzelbeziehungen gegenüber. Aber typisch für alle ist auch eine wache Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, weit über die Grenzen der jeweiligen Zeit, des „guten Geschmacks” hinaus, Erfahrungen in musikalisch sublimierter Form auszudrücken, und zwar so, daß damit auch gleichzeitig deren Verarbeitung einherging. Nur so konnten die Zuhörer gleichzeitig fasziniert und angerührt sein, konnte Neues geschaffen und angenommen werden.

 

Spannung zwischen Ich und Umwelt

 

Bei jedem der drei ist die Musik über das Zeugnis der Zeit hinaus Ausdruck einer ausgeprägten Persönlichkeit, die im Spannungsfeld zwischen Ich und Umwelt den Balanceakt zwischen „Schaffen müssen“ und „Leben wollen“ bewältigen musste. Daher trifft uns ihre Musik nach wie vor in unserem ureigensten Inneren. Sie wächst über ihre Epoche hinaus, wenn sie im Augenblick der Aufführung und Wahrnehmung als gemeinsames Erlebnis von Künstler und Publikum entsteht.

 

Doch allzu leicht wird dabei der Mensch vergessen, der so schwer um jene Töne rang, die uns so schwerelos und selbstverständlich erscheinen. Die Dokumentationen auf dieser Website wollen Sie gedanklich „an die Hand nehmen“ und Ihnen neben den musikalischen Werken auch ein wenig die Menschen näherbringen.